Altar

Sogenannter „Silberaltar“ des Freiburger Münsters, 18. Jh.

Über das Objekt

Der Silberaltar setzt sich aus Kunstwerken vorwiegend Augsburger Gold- und Silberschmiede des 18. Jahrhunderts zusammen. Seit 1784 diente er an hohen Festtagen, namentlich zur Fronleichnamszeit, als Schmuck der Hochaltarmensa. 1990 wurde der Silberaltar dem Augustinermuseum als Dauerleihgabe überstellt. Bis heute wird er von Ostern bis Fronleichnam (in Teilen / derzeit vollständig) im Freiburger Münster aufgebaut.
Geschaffen wurden die einzelnen Bestandteile des Altars, von wenigen Ausnahmen abgesehen, für den Betraum der „Großen Lateinischen Kongregation“, die im 1725-27 erbauten akademischen Gymnasium in der Jesuitengasse (heute Bertholdstraße), der späteren Universitätsbibliothek, ihre Versammlungen abhielt. Zu den Mitgliedern dieser dem Jesuitenorden anhängenden Vereinigung zählten Adelige, Beamte, Professoren und Ärzte, Gelehrte allgemein. Nachdem auch sie wie viele religiöse Gemeinschaften auf Anordnung Kaiser Josephs II. 1783 aufgelöst worden war, stand der Altar zum Verkauf und konnte für das Münster erworben werden.

Antependium
Ältester zusammenhängender Komplex ist die Altarverkleidung. Sie zeigt in der Mitte die Muttergottes mit dem Kind zwischen den Heiligen Thomas von Aquin, links, und Ivo. An den Seiten sind die Heiligen Lukas und Franz Xaver dargestellt. Damit finden sowohl die Königin der Kongregation als auch die Fakultätspatrone von Theologie und Jurisprudenz, der Medizin und der Philosophie Berücksichtigung. Das Werk, mit dem Stempel Franz Thaddäus Langs versehen, ist auf die Jahre 1736/37 datierbar.

Kruzifix
Wenig später als das Antependium ist das Kruzifix von der Hand Franz Christoph Mäderls entstanden, gleichfalls in Augsburg. (Von ihm stammen auch sechs der Leuchter.) Der Gekreuzigte wurde mit dem auf der Mensa stehenden Tabernakel verbunden, das seinerseits in den aufwendigen Altaraufbau integriert war.

Altaraufbau
Für den Altaraufbau stellte der Freiburger Franz Xaver Gäs das Sockelgesims, der Augsburger Franz Ignaz Berdolt die künstlerisch anspruchsvolleren Teile her, darunter auch der Marienschild am Kreuzesfuß und die beiden Reliquiare in Pyramidenform. Von insgesamt zehn großen Kerzenleuchtern tragen die sechs größeren die Künstlermarke Mäderls.

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