Oberrheinisch

Heiligen-Büsten der Freiburger Zünfte, um 1653 - 1800

Über das Objekt

Im Jahr 1650 brachte man aus neu geöffneten Katakomben Roms Reliquien nach Freiburg. Die Partikel gingen überwiegend an die 12 städtischen Zünfte. Für ihre Schaustellung wurden ebenso viele Büsten angefertigt, die man in der Prozession an Fronleichnam mitführte. Vielfach machte der Gebrauch Neuanfertigungen nötig, , wobei die Büsten dem jeweiligen Stilempfinden angepasst wurden.
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1650 brachte ein Freiburger Kapuzinerpater von seiner Romreise eine Truhe mit heiligen Überresten mit, die angeblich in neueröffneten frühchristlichen Katakomben entdeckt worden waren und sich mit namentlich bezeichneten Personen, Männern wie Frauen, verbanden. Die Gebeine des heiligen Alexander übergab er dem Rat der Stadt Freiburg, die Flaviusreliquien der hiesigen Priesterschaft. Großenteils gingen die Partikel als Geschenk an die zwölf Freiburger Zünfte mit der Maßgabe, sie in der jährlichen Fronleichnams-Prozession feierlich mitzuführen. Hölzerne Figurenbüsten, die Glasbehälter zur Schaustellung des kostbaren Inhalts enthielten, mussten dafür nun eigens hergestellt werden. Sie wurden erstmals 1653 an Fronleichnam durch die Straßen getragen; ein Brauch, der sich mit Einschränkungen bis heute erhalten hat. Intensive Nutzung und unzureichende Sorgfalt verursachten allerdings Schäden, die fortlaufend Renovierungsmaßnahmen, nach und nach dann den Ersatz von Figuren und Sockeln notwendig machten, soweit nicht ohnehin ein verändertes Stilempfinden den Austausch bewirkte. So ist zu erklären, dass aus der Ursprungszeit nur noch zwei oder drei Werke überdauert haben. Der große Rest wurde im Verlauf des 18. Jahrhunderts angefertigt. In ihrer zeitlichen Abfolge vermitteln die zwölf Zunftbüsten ein Bild von der Leistungsfähigkeit und Eigenart der lokalen Bildschnitzerei über rund anderthalb Jahrhunderte. Nahezu alle bekannten Namen - von Johann Georg Hauser über Matthias Faller und Joseph Hörr bis hin zu Franz Xaver Hauser - sind vertreten. (Detlef Zinke)

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