Christian Wentzinger

Maria Immaculata, 1760/65

Über das Objekt

Die »Makellose« steht auf einer Weltkugel, um die sich eine Schlange windet. Dieser Typus verbildlicht ein Verständnis Marias als rein und frei von Sünde. Sie kann die teuflische Versuchung, symbolisiert durch die Schlange, abwenden, da sie von Gott erwählt ist. Oft ergänzt ein Kranz von zwölf Sternen die Darstellung. Wentzinger hat den Typus der Maria Immaculata auch in monumentaler Form umgesetzt.
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Die Vorstellung von der unbefleckten Empfängnis, der uranfänglichen Sündenreinheit Marias, war schon dem Mittelalter vertraut und fand ihren Ausdruck in der auf der Mondsichel stehenden Muttergottes oder der Gruppe der heiligen Anna selbdritt. Im Barock wurde eine weitere Darstellung höchst populär, die diesen Sinngehalt auf den lateinischen, noch heute gebrauchten Begriff bringt: Maria Immaculata (die Makellose). Die Jungfrau, in der Regel ohne das Kind, steht nun auf einer Weltkugel und tritt die sich darum windende Schlange, Abbild des teuflischen Versuchers, nieder. Zum Typus, der Beschreibung des Apokalyptischen Weibes in der Offenbarung des Johannes entlehnt, gehört auch ein Kranz von zwölf Sternen, der über dem Marienhaupt schwebt. Johann Christian Wentzinger, der bedeutendste Plastiker seiner Zeit am südlichen Oberrhein und ein Künstler von internationalem Rang, hat diesem Typus mehrfach monumentale Gestalt gegeben. In Stein gehauen findet er sich an der Fassade der Merdinger Deutschordenskirche, 1741, und an der Klosterkirche St.Gallen, 1757/60. Sicherlich hat Wentzinger dafür plastische Entwürfe, vermutlich in Ton, gefertigt: bozzetti von kleinerem Format, welche die künstlerische Idee hinreichend vorformulieren, ebenso wie modelli in größeren Dimensionen, die dem auszuführenden Werk auch in den Details schon sehr nahe kommen. Ein solcher modello für eine nicht erhaltene oder vielleicht gar nicht ausgeführte Immaculata-Statue liegt wohl in der Freiburger Figur vor. Sie war zeitweilig an der Fassade eines Wohn- und Geschäftshauses in der heutigen Kaiser-Joseph-Straße aufgestellt und bis zu ihrem Erwerb durch die Adelhausenstiftung in Freiburger Familienbesitz verblieben. (Detlef Zinke)

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