Hans Wydyz

Heilige Agnes, Anfang 16. Jahrhundert

Über das Objekt

Die preziöse, rundum ausgearbeitete Figur entstammt vermutlich dem Dominikanerinnen-Kloster St. Agnes in Freiburg. Sie war wohl auch ursprünglich ohne farbige Fassung gedacht. Am Sockel ist sie mit dem Monogramm des Schnitzers versehen. Ihre ursprüngliche Verwendung ist ungeklärt.
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Agnes, nach der Legende eine römische Märtyrerjungfrau des 3. oder frühen 4. Jahrhunderts, wird in der bildlichen Darstellung von einem Lamm (lateinisch agnus) begleitet, das als Hinweis auf den geopferten Christus und auf das Lamm der Apokalypse zu verstehen ist. So erscheint sie den am Grabe trauernden Eltern und Freunden und fordert sie auf, ihre Freude zu teilen. Vieles spricht dafür, dass es die Freiburger Dominikanerinnen von St. Agnes waren, die das zierliche Bild ihrer Patronatsheiligen in Auftrag gaben. Sie wandten sich dabei an den besten Schnitzer, der seinerzeit in weitem Umkreis zu finden war, an den kurz zuvor aus Straßburg zugewanderten Hans Wydyz. In fast singulärer Weise hat er die Arbeit mit seinem Monogramm am Sockel signiert. Künstlerstolz drückt sich darin wohl aus, auch lässt es den Schluss zu, dass die Figur als Einzelwerk und nicht etwa als Teil eines Altarensembles konzipiert war. Hinzu kommt, dass auch die Rückseite vollständig und mit größtmöglicher Sorgfalt ausgearbeitet wurde, was nur für frei aufgestellte oder aber - dazu fehlt freilich ein konkreter Beleg - für Prozessionsfiguren einen rechten Sinn ergibt. Das Agnes-Bild, das erst später eine farbige, inzwischen abgenommene Fassung erhielt und wohl ursprünglich ungefasst war, kann als eine der schnitzerischen Höchstleistungen des Künstlers gelten. In seiner Eleganz und feinmeisterlichen Detailpräzision steht es den besten Werken der Epoche zur Seite. (Detlef Zinke)

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