Figur

Weibliche Schutzgottheit, 20. Jahrhundert

Über das Objekt

Die Figur wirkt in ihrer geometrischen Gestaltung wie aus Blöcken zusammengesetzt. Solche Figuren gibt es in den M'bari genannten Ruhehäusern der Männer oder in Schreinen. Bis zu fünfundzwanzig, oft in Familien zusammengefasste Figurengruppen, können in solch einem Schrein stehen. Die Gestaltung spricht für die Zugehörigkeit zur südlichen Stilgruppe. Typisch sind die nach vorn gedrehten Handinnenflächen, der stilisierte Schopf, die hohe Halssäule sowie die mandelförmigen Augen. Die offenen Hände werden als Zeichen der Freigebigkeit und des Großmutes der Gottheit angesehen, auch als die Bereitschaft, Opfer anzunehmen. Die bei anderen Figuren häufig zu findenden Gamaschen erscheinen hier mit den klobigen Füßen zusammengewachsen. Autor: Michael Schönhuth
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Die Figur stellt eine lokale Schutzgottheit, eine Alusi, dar. Kennzeichnend sind die nach oben gedrehten Handflächen, eine Geste der Freigebigkeit und des Großmutes. Die Haartracht ist angelehnt an die kunstvoll hochgesteckte Frisur, die Igbofrauen früher trugen. Schmucknarben am Bauch weisen auf den sozialen Status der dargestellten Frau hin. Diese bis zu 1,80 Meter hohen Statuen werden auf Urahnen zurückgeführt, die die Dorfgemeinschaft beschützen sollen. Sie repräsentieren Familienmitglieder wie Eheleute und Kinder oder Nachbarn. In Gruppen zusammengefasst, wurden sie in den Kulthäusern der Männer, den M´bari, oder in Schreinen aufbewahrt. Bei Konflikten erbat man ihre Hilfe, da ihnen die Fähigkeit zugesprochen wurde, Streit zu schlichten. Zu jährlichen Tanzfesten wurden sie bemalt, mit der Tracht der Igbo bekleidet und öffentlich gezeigt. Dabei wurden Opfergaben dargebracht, die die Beziehung zwischen den Menschen und Gottheiten stärken sollten.

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