Figur

Ende 19. Jahrhundert

Über das Objekt

Die Ahnenfigur (rechts) ist mit kantigen Schultern und leicht gebeugten Knien aus Holz geschnitzt. Die Hände liegen auf dem Bauch. Am rechten Ohrläppchen hängt ein Ohrring und auf dem Kopf sitzt eine hohe Krone, die dem Palmblatt nachempfunden ist. Die Verehrung der Ahnen ist für die Niha, Bewohner_innen der Insel Nias westlich von Sumatra, von zentraler Bedeutung. Die Figuren werden etwa im Haus aufgestellt und zum Todestag des jeweiligen Vorfahren beopfert.
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Die Niha, die Bewohner von Nias, einer kleinen Insel im Westen von Sumatra, hatten eine starke Tradition der Ahnenverehrung. Ahnen galten als Mittler zwischen den Menschen und den Göttern, die sowohl in der Ober- wie der Unterwelt lebten. Die Ahnenfiguren sind keine Repräsentanten der Ahnengeister oder der Gründerväter eines Familienverbandes selbst, sondern eine Art Behältnis für den Geist des jeweiligen Vorfahren, mit dessen Hilfe er verortet und damit beopfert werden konnte. Die Figuren wurden früher in großer Zahl an den Wänden des Gemeinschaftsraums eines Hauses aufgehängt oder auf Wandborden aufgestellt. Kleine und einfach geschnitzte Figuren wie diese waren meist auf Bambusstreifen mittels Rotang nebeneinander gereiht. Die symmetrisch konzipierten Figuren stehen frontal ausgerichtet, in der typischen Haltung mit gebeugten Knien, die Hände vor dem Bauch. Sie tragen die Kronen der Adeligen von Nias: in Realität aufwändig konstruierte Metallgebilde, deren Zentralmotiv einem Palmblatt nachempfunden ist. Am jeweiligen Todestag des Vorfahren wurde die Figur beopfert, je nach Vermögen z.B. mit einem Ei, einem Huhn oder einem Schwein. Mit den Opfern wurden die Ahnen geehrt, die wiederum für das Wohlergehen ihrer Nachfahren, für Fruchtbarkeit und Schutz vor allem Unheil sorgen sollten. Autorin: Eva Gerhards

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