Ferdinand Keller

Portrait eines Jägers, undatiert

Über das Objekt

Freundlich blickt das von Falten durchzogene Gesicht des alten Mannes den Betrachtenden an. Die Jacke mit Hirschhornknöpfen und der typische Hut mit Stechpalmenzweig kennzeichnen ihn als Jäger. Die Kleidung und der Hintergrund scheinen bewusst dunkel gehalten, das verschmitzte Lächeln tritt somit in den Vordergrund.
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Hell leuchtet aus dem dunkel gehaltenen Porträt das freundliche Gesicht des alten Mannes hervor. Es ist von Falten durchzogen und von Wind und Wetter geprägt. Die Haut ist gebräunt, die Wangen sind rosig. Seinen Mund umspielt ein Lächeln, das sich bis zu den Augen zieht, die von Lachfalten gerahmt werden. Der Maler Ferdinand Keller hat hier ein charaktervolles und ausdrucksstarkes Bildnis geschaffen. Mit unglaublichem Gespür für Details bringt er die Haut, die Proportionen, die einzelnen Gesichtszüge und die feinen grauen Barthaare auf die Leinwand. Hintergrund und Kleidung des Porträtierten scheinen bewusst in dunklen Brauntönen gehalten zu sein, sodass das Gesicht des Mannes, der schätzungsweise 70 Jahre alt sein mag, eine umso größere Wirkungskraft entfalten kann. Ferdinand Keller hat auf diesem Gemälde einen Jägersmann aus dem Schwarzwald im Büstenporträt festgehalten. Das Motiv ist im Werk des Künstlers eher ungewöhnlich. Der Maler ist heute vor allem durch seine opulenten Historiengemälde bekannt. Er war außerdem Direktor der Kunstakademie in Karlsruhe, an der viele spätere Schwarzwaldmaler studierten. Inspiriert durch deren Motive und angesichts der Nähe zum Schwarzwald mag auch das hier gezeigte Porträt eines Jägers entstanden sein. Vielleicht hat den Künstler das charaktervolle Gesicht des alten Schwarzwälders fasziniert. Der Beruf des Mannes lässt sich an der braunen Jacke erkennen, die mit grünem Kragen und Hirschhornknöpfen versehen ist. Auf seinem Kopf sitzt ein Hut mit ebenfalls grünem Rand, den ein Stechpalmenblatt ziert. Diese im Schwarzwald weit verbreitete Pflanze ist aufgrund ihrer roten Beeren und ihres immerwährenden Grüns ein Symbol für das ewige Leben. An Weihnachten wird sie gerne als Dekoration genutzt. MIRJA STRAUB

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