Georg Michael Zimmermann

Die Höllentalbahn bei der Ravennabrücke, 1902

Über das Objekt

Die topographischen Herausforderungen für den Bau der 1887 eröffneten Höllentalbahn verdeutlicht der Blick vom Oberhöllsteig auf die steilen Berghänge mit der Ravennabrücke bis hinab in das enge Tal. Die Strecke zwischen Freiburg und Titisee überwindet zahlreiche Steigungen und gilt bis heute als die steilste Strecke der Deutschen Bahn.
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Georg Michael Zimmermann widmet sich in diesem Gemälde der Höllentalbahn, die rechts im Bild auf der Ravennabrücke dargestellt ist. Der offizielle Zugbetrieb wurde im Mai 1887 aufgenommen und bedeutete einen großen Schritt für die in der Region lebenden Menschen. Die Bahn schuf eine Ost-West-Verbindung zwischen Freiburg und Neustadt – die Strecke durch das Höllental hatte bis zu dem Zeitpunkt nur zu Fuß oder mit Kutschen bewältigt werden können. Der Eröffnung der Strecke ging eine lange Planungszeit von rund 40 Jahren voraus. Schwierig gestaltete sich die Finanzierung, die vor allem mit den bautechnischen Herausforderungen zusammenhing: So enthält die Etappe zahlreiche Steigungen und Höhendifferenzen. Mit einem Abschnitt von 55 Promille (1:18) ist die Höllentalbahn bis heute die steilste Strecke der Deutschen Bahn. Die Bauarbeiten begannen im Frühjahr 1884 – nach den überarbeiteten Plänen des angesehenen und erfahrenen Ingenieurs Robert Gerwig (1820–1885), der die Oberbauleitung übernahm. Zeitweise arbeiteten durchschnittlich 950 Arbeiter an den Gleisen. Durch die teils schwierige Wetterlage, vor allem im Winter, kam es allerdings immer wieder zu Unterbrechungen des Bauvorhabens. Zimmermann hat sich für einen Ausschnitt entschieden, der die Herausforderungen verdeutlicht, die durch die Topographie des Hochschwarzwaldes für den Bau einer Bahnstrecke entstehen: Sein Bild zeigt den Blick vom Oberhöllsteig in das obere Höllental. Steile, bewaldete Hänge treffen ins Tal, das von der mächtigen Ravennabrücke überspannt wird. Sie wurde 1926 erneuert und zeichnet sich heute durch Rundbögen zwischen den Pfeilern aus. Der rechts verlaufende Weg entspricht der heutigen B 31. In der Mitte des Bildes sind das Hofgut Sternen und die Oswald-Kapelle zu sehen. Die von Zimmermann gemalte Landschaft setzt sich im kunstvoll gearbeiteten Rahmen fort und führt das Gemälde damit ins Dreidimensionale. MIRJA STRAUB

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