Hans Baldung Grien

Amor mit dem flammenden Pfeil, um 1530

Über das Objekt

Das Bild ist der Überrest einer womöglich mythologischen (Akt-)Darstellung – vielleicht die Liebesgöttin Venus. Doch von ihr ist nur noch ein Teil des Kopfes sichtbar. Wahrscheinlich hatte das gesamte Gemälde eine Größe von ca. 2 m. Vergleichbare Werke erotischen Inhalts sind aus Baldungs zweiter Straßburger Zeit mehrfach erhalten.
weniger sehen mehr sehen
Die Tafel ist der verbliebene Rest eines wohl um die zwei Meter in der Höhe messenden Bildes. Dargestellt ist der Liebesgott Amor, ein etwas finster dreinblickender Knabe mit bunt schillerndem Gefieder an Schultern und Armen. Er schwingt seinen Liebespfeil mit solcher Heftigkeit, dass sich die Spitze an der Luft flammend entzündet. Mit der anderen Hand hat er einen Pelzumhang ergriffen. Offenbar zieht er ihn gerade einer Frauenfigur vom Leibe, von der noch ein Teil des Hinterkopfs mit dem hochgesteckten Haar sichtbar ist. Ob die so entkleidete Frau Venus selbst ist, lässt sich nicht sagen. Einiges spricht aber dafür, dass es sich insgesamt um eine erotisch aufreizende, vielleicht sogar gewagte Darstellung gehandelt haben muss. Und man wird annehmen dürfen, dass Prüderie für die Zerstörung des Bildes verantwortlich war und für die Rettung dieses moralisch unverfänglichen Rests. Durch seine malerische Bravour lässt er den Verlust beinahe vergessen. Baldung war seit jeher von erotisch aufgeladenen Themen fasziniert und scheute in seinen Graphiken auch vor drastischen Szenen nicht zurück. Als die Reformation in Straßburg der kirchlichen Kunst ein Ende bereitete, wandte er sich auch in seinen Gemälden vermehrt weltlichen Motiven zu. An Auftraggebern, die ihre privaten Vorlieben ins Bild gesetzt wissen wollten, fehlte es anscheinend nicht. (Detlef Zinke)

Video

Objektdaten

Ihre Nachricht zum Objekt

Sie haben Informationen oder Fragen zu diesem Objekt?