Hans Thoma

Bildnis der Schwester Agathe, 1886

Über das Objekt

Mit seiner jüngeren Schwester Agathe hatte Thoma Zeit seines Lebens eine enge Beziehung. Das Porträt stammt aus der Frankfurter Zeit des Künstlers. Schon damals lebte Agathe im Haushalt des Malers und seiner Frau Cella. Nach dem frühen Tod von Cella wurde Agathe für Thoma als Gefährtin und Vertraute noch wichtiger.
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Neben der Mutter spielte für Hans Thoma auch seine Schwester Agathe (1848-1928) eine große Rolle und er hielt zeit seines Lebens eine enge Beziehung aufrecht. Dieses Porträt stammt aus Thomas Frankfurter Zeit. Schon damals lebte Agathe in dem gemeinsamen Haushalt von Hans Thoma und seiner Frau Cella (1858-1901). Nach dem frühen Tod von Cella 1901 wurde Thomas Schwester für den Künstler als Lebensgefährtin noch wichtiger. Da die Ehe von Thoma kinderlos geblieben ist, spielte zudem die Nichte Ella eine wichtige Rolle, die 1878 adoptiert worden war. Auf dem Gemälde ist Agathe in Dreiviertelansicht gezeigt, mit streng zu einem Knoten zusammengebundenen Haaren. Sie trägt eine schwarze Tracht, der nur durch einen weißen Kragen und eine Brosche ein Akzent verliehen wird. In den Händen hält sie eine Stickarbeit, hier ein früher Hinweis des Künstlers auf die Förderung traditioneller Handwerktechniken aus dem Schwarzwald. Besonders interessant ist bei diesem Gemälde die Herkunftsgeschichte: Das Bild stammt aus dem Nachlass des Künstlers und befand sich in der Sammlung Ella Geißler-Thoma in Berlin, die 1943/44 mit zahlreichen anderen privaten Sammlungen in das Schloss Oberquell bei Glogau in Oberschlesien ausgelagert wurde. Dort gelangte das Gemälde 1945 in den Besitz sowjetischer und polnischer Truppen. Im Jahr 1953 wurde es mit anderen Bildern der Sammlung von der Volksrepublik Polen der DDR übergeben und anschließend in die Sammlung der Nationalgalerie in Ost-Berlin eingefügt. Im Jahr 1993 wurde das Bild dann an die Erben zurückgegeben. Im Jahr 2015 gelang es dem Freundeskreis des Augustinermuseums e.V., dieses Gemälde in einer Auktion in Berlin für das Freiburger Museum zu ersteigern. TILMANN VON STOCKHAUSEN

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