Ida Maier

Titisee, 1855

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Ruhig und scheinbar unberührt liegt der See da. Noch ist nichts zu ahnen vom Massentourismus der Ende des 19. Jahrhunderts dort einsetzen wird. Zuerst waren es Wanderer und Angler, die den entlegenen Gletschersee für sich entdeckten. Doch mit der Eröffnung der Höllentalbahn 1887 wurde das Gebiet für Touristen erschlossen.
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Ruhig und friedlich liegt der Titisee da. Er wird eingerahmt von grün bewaldeten Hängen. Der bewölkte Himmel spiegelt sich in der glatten Wasseroberfläche, die an einigen Stellen von der Sonne beschienen wird. Noch ist nichts zu sehen von dem Massentourismus, der Ende des 19. Jahrhunderts dort einsetzen sollte. Keine Hotelanlagen und Ferienhäuser säumen das Ufer. Stattdessen sind nur vereinzelte Höfe zu sehen. Im Vordergrund ist der Seehof mit seiner Mühle dargestellt. Der aus dem Schornstein aufsteigende Rauch unterstützt den Eindruck einer idyllischen Atmosphäre. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der im südlichen Schwarzwald gelegene Gletschersee als Ziel einsamer Wanderer ›entdeckt‹. Die Wanderer kamen zumeist durch das Höllental oder Löffeltal. Oftmals handelte es sich um Engländer, darunter viele Angler, da der Titisee über einen reichen Fischbestand verfügte. In dieser Zeit begannen auch Landschaftsmaler, sich für den See zu interessieren. So auch Ida Maier, eine heute weitgehend vergessene Künstlerin. Ihr Bild zeigt eine beliebte Perspektive: den Blick vom Hochfirst nach Südwesten über den See bis hin zum Feldberg, dessen Gipfel Maier wolkenverhangen dargestellt hat. Hinterzarten und Breitnau sind rechts davon gelegen. Der Name »Titisee« bezog sich zunächst nur auf den See, wurde später aber auch für die gesamte Siedlung verwendet, die nach der ›Entdeckung‹ des Sees schnell an Zulauf gewann. Das erste Restaurant eröffnete 1873, bald entstand daraus das Titiseehotel als erstes Hotel am Ufer. Mit der Einweihung der Höllentalbahn wurde am 21. Mai 1887 das zweite Hotel eröffnet – viele weitere sollten folgen. Bis heute gehört der See zu den beliebtesten Zielen der Schwarzwald-Touristen. MIRJA STRAUB

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