Julius Heffner

Bernau-Oberlehen, 1928

Über das Objekt

Heffner fertigte sehr genaue topographische Studien des Schwarzwaldes an. Oft zeigte er dabei auch die landwirtschaftliche Nutzung und stellte den Schwarzwald als eine von Menschen geschaffene Kulturlandschaft dar. Seine Gemälde können somit auch als kulturhistorische Zeugnisse verstanden werden.
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Julius Heffner arbeitete eigentlich als Lehrer in Freiburg, beschäftigte sich aber zeit seines Lebens intensiv mit dem Schwarzwald. Er stand in engem Kontakt mit Hermann Dischler und fertigte wie dieser topografisch sehr genaue Studien vom Schwarzwald an, sodass seine Bilder in erster Linie auch kulturhistorische Dokumente der Schwarzwaldlandschaft sind. Auf diesem Bild zeigt er den Ort Bernau-Oberlehen, der auf fast 1000 Meter Höhe in einer Hochebene im Schwarzwald liegt. Aus Bernau stammte auch Hans Thoma, der ebenfalls immer wieder die Landschaft rund um den Ort zum Thema machte. Im Bildvordergrund führt ein Feldweg zum Ortsteil Oberlehen. Am Wegesrand sind Blumen, darunter Schafgarben, zu erkennen. Ein Wiesenbach verläuft quer über den Weg; man kann zwar kein Wasser sehen, die stark bewachsenen Uferläufe deuten ihn jedoch an. In der Ferne ist Bernau mit seinem Kirchturm auszumachen, ebenso die von Alleebäumen flankierte Landstraße. Auf den sanften Berghängen sind Wiesen, die Bergkuppen sind bewaldet. Ungewöhnlich ist hier die Perspektive: Heffner setzte ganz gezielt eine leichte Vogelperspektive ein, vermutlich war sein Standpunkt auf einer Anhöhe. Allerdings entsteht fast der Eindruck, der Künstler wäre über die Landschaft des Schwarzwaldes geflogen. Aus dieser Perspektive heraus wird ganz besonders deutlich, dass der Schwarzwald in erster Linie eine von Menschen geschaffene Kulturlandschaft in einem Mittelgebirge ist. TILMANN VON STOCKHAUSEN

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