Rudolf Dischinger

Bedrohung, 1935

Über das Objekt

"Un-heim-lich" ist der hohe Innenraum mit großem Atelierfenster, in dem eine kleine puppenhafte Figur in nachdenklicher Haltung sitzt. Vor dem Fenster steht eine behelmte, futuristische Gestalt in Rüstung und irritierender Größe und durchdringt bedrohlich mit leerem Blick den leblosen Raum. Diese surreale Situation erinnert an die magische Verfremdung der Pittura metafisica. Durch diesen Kunstgriff gelingt es Dischinger, Erfahrungen und das Lebensgefühl der Menschen in der Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus zu vermitteln. Geisterhaft ist die Leere des unbelebten Raumes, jeder Gegenstand, selbst der gesichtslose Mensch wird nüchtern und kalt als Sache dargestellt. Rudolf Dischinger, der zu den wichtigsten neusachlichen Künstlern Ende der 20er Jahre zählt, war 1934 Julius Bissier begegnet, der ebenfalls in den 30er Jahren durch surreale Verfremdungen neue individuelle Bildfindungen in Anspielung auf die nationalsozialistische Bedrohung fand.

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