Süddeutsch

Bildnis eines Jünglings, 1490

Über das Objekt

Das Bildnis ist auf dem Originalrahmen datiert und mit der Altersangabe des Dargestellten versehen. Trotz mehrerer bildlicher Hinweise (Fingerring, Sternabzeichen und anderes) konnte die Person bislang nicht identifiziert werden. Damit ist auch die Suche nach der künstlerischen Herkunft erschwert.
weniger sehen mehr sehen
Obwohl die authentische Rahmeninschrift Angaben zur Person macht, ist es bislang nicht gelungen, dem jungen Mann seinen Namen zu geben. Im Wortlaut heißt es, ins heutige Deutsch übertragen: „Nach Christi Geburt, als man das Jahr 1490 zählte, war ich 22 Jahre alt, fürwahr.“ Der auffallend blasse, nach zeittypischer Mode geradezu geckenhaft gekleidete Jüngling ist vor eine steinerne Nische platziert. Mit dem linken Daumen weist er einen Fingerring vor, wohl zum Zeichen dafür, dass er sich mit konkreten Heiratsabsichten trägt. Seine Familie mag die Tafel insofern als ‚Brautwerbungsbild‘ in Auftrag gegeben haben. An der Kappe und am Ärmel seiner Jacke erscheint mehrfach ein sechszackiger Stern. Er enthält zweifellos eine Botschaft, doch kennt man den Zusammenhang nicht. Ein Abzeichen seiner Herkunft könnte er sein, doch ebenso gut Hinweis auf eine Gesellschaft, deren Mitglied der junge Mann war. Auch die auffällig geflochtene silberne Schnur an seinem Ärmel verlangt nach Erklärung. Hierzu brachte man versuchsweise eine Rittervereinigung ‚zum Garten‘ ins Spiel. Da auch die künstlerische Herkunft des Bildes nicht geklärt werden kann, ist das Rätsel um die Identität unseres Bräutigams vorerst unlösbar. (Detlef Zinke)

Objektdaten

Ihre Nachricht zum Objekt

Sie haben Informationen oder Fragen zu diesem Objekt?