Stefan Ettlinger

Spielzimmer, 1989

Über das Objekt

Stefan Ettlinger findet die Vorlagen für seine Gemälde in den Informationsmedien. Mit der Kritik an denselben - insbesondere an Luhmanns These, dass die Massenmedien die Realität nicht abbilden, sondern erzeugen - setzt er sich auseinander. Dem Prinzip des Zappings folgend setzt Ettlinger immer wieder Bilder collageartig zusammen, deren Bedeutungszusammenhang von den Betrachtenden selbst imaginiert werden muss.
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Die Kunst der 1980er Jahre formuliert durch die Stilmittel des Surrogats, der Attrappe, des Zitats und der Aneignung ihre Skepsis gegenüber dem, was wir Realität nennen. Realität wird als Konstruktion der Medien definiert und ist dem Gesellschaftstheoretiker Niklas Luhmann zufolge ein Zustand zweiter Ordnung: Sie wird durch Massenmedien nicht abgebildet, sondern erst erzeugt. Stefan Ettlinger setzt sich mit dieser Kritik an den Informationsmedien auseinander und findet genau dort die Vorlagen für seine Gemälde. Dabei interessieren ihn nicht nur Illustrierte, Postkarten und selbst aufgenommene Bilder, sondern auch die Bilderflut aus Fernsehkanälen und Filmen. Dem Prinzip des Zappings folgend setzt Ettlinger willkürliche Schnitte ins Erzählkontinuum und formuliert in seiner vorläufig wirkenden, transparenten Malweise eine Reserviertheit gegenüber der Definitionsmacht von technisch erzeugten Bildern.

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