Karte

um 1900

Über das Objekt

Stabkarten waren Navigationshilfen. Die Stäbe zeigen Strömungen, Wellenbilder und Richtungen. Die Schneckengehäuse stellen die genaue Lage der Marshallinselgruppe dar, die aus zwei von Nord nach Süd verlaufenden Ketten von Atollen besteht. Stabkarten wurden nach Überlieferungen und nautischen Erfahrungen von Spezialisten hergestellt.
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Zur Orientierung für Fahrten auf hoher See fertigten die Bewohner der Marshallinseln Karten aus Bambusstäben und Muschel- oder Schneckenschalen an. Es gibt verschiedene Ausführungen. Die mattang genannten Stabkarten der Marshallinsulaner sind abstrakt und zeigen wie Strömungsverhältnisse in der Nähe von Inseln und Atollen aussehen. Die fragilen Gebilde wurden nicht mit auf Fahrt genommen, sondern dienten an Land zu Übungszwecken. Sie zeigen keine konkreten Verhältnisse, sondern die Prinzipien der Navigation. Zusätzlich zu dem grundlegenden Wissen über Strömungs- und Wellenmuster kannten sich die Spezialisten der Seefahrt in Astronomie und Meteorologie aus. Dieses Wissen war geheim und Navigatoren genossen hohes Ansehen in der marshallesischen Gesellschaft. Dieses und weitere Objekte aus Mikronesien kamen über Eugen Brandeis nach Freiburg, der im Auftrag der deutschen Kolonialregierung als Landeshauptmann von 1898 bis 1906 auf der Insel Jaluit stationiert war. Die dem Museum als Geschenk zugekommene ethnographische Sammlung stammt jedoch von seiner Frau Antonie Brandeis, die nicht nur die Objekte sammelte, sondern auch ausführlich dokumentierte.

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