Raymond-Émile Waydelich

Große Deutschland Uhr, 1990

Über das Objekt

In den 1960er Jahren arbeitet Raymond E. Waydelich als Fotograf archäologischer Grabungen. Er gilt als Sammler, Bildhauer, Magier, Erzähler, Karikaturist und als solcher arbeitet er an einer Archäologie der Zukunft. Waydelich thematisiert den Vorgang, Vergangenheit für die Zukunft durch die Aufbewahrung von Objekten festzuhalten. In der Großen Deutschland-Uhr gibt es zwei Zeitungen - die BILD und die Frankfurter Rundschau - vom 4.10.1990, dem ersten Tag nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung, ein Einmachglas mit billigen Spielsoldaten aus Plastik, Schnüre und Versiegelungen sowie eine Uhr, deren Zeiger kurz nach zwölf zeigen, also als Beginn einer neuen Zeitrechnung gelesen werden können. Interessant ist das Gehäuse von der Firma „Telefonbau und Normalzeit“. Die Firma trug ursprünglich den Namen „Deutsche Privat Telephon Gesellschaft H. Fuld & Co“, wurde 1899 in Frankfurt am Main von Harry Fuld, einem deutschen Unternehmer jüdischen Glaubens gegründet, und entwickelte sich zum führenden Konzern der Schwachstromindustrie. Nach Auftragsboykott und „Arisierung“ ging hieraus 1937 die „Telefonbau und Normalzeit GmbH (T&N)“ hervor. Auch ein Kapitel deutscher Geschichte.

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