Hermann Dischler

Mein Winterasyl - Todtnauer Hütte auf dem Feldberg, 1905

Über das Objekt

Die Jahre 1905 bis 1907 verbrachte Hermann Dischler in der Todtnauer Hütte auf dem Feldberg. Das Gemälde zeigt einen Blick auf das 1902 nach einem Brand neu errichtete Gasthofgebäude. Am Horizont ist das Alpenpanorama über einer Dunstschicht zu erkennen.
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Dischlers Gemälde zeigt den Blick auf die Todtnauer Hütte und das daneben liegende Herderhaus. Die Hütte, heute Gasthof und Pension, befindet sich auf einer Höhe von 1319 Metern am Rande des Feldbergs, dessen Gipfel hinten links im Bild zu erkennen ist. Der Feldberg ist mit seinen 1493 Metern der höchste Berg des Schwarzwaldes. Dischler eröffnet den Blick auf eine schneebedeckte Landschaft mit vereinzelt stehenden, dunklen Tannen. Die Bäume werfen lange Schatten und bieten einen wirkungsvollen Kontrast zum weißen Schnee. Hinter den bewaldeten Hängen wird das verschneite Alpenpanorama sichtbar. Darüber hat Dischler mit punktuellem, fast impressionistischem Farbauftrag den blauen Himmel gesetzt. Wie auch der Titel des Gemäldes verrät, hielt sich Dischler in den Jahren 1905 bis 1907 immer wieder in der Todtnauer Hütte auf, von wo aus er die Natur des Schwarzwaldes abbildete. Das nebenstehende Herderhaus brannte in den 1930er Jahren ab. Insofern hat das Bild Dischlers, wie auch viele andere seiner Werke, einen dokumentarischen Charakter. Darüber hinaus ist das Gemälde des „Schneemalers“ durch das Schemenhafte charakterisiert. Im Vordergrund dominieren die dunklen, beinahe schwarzen und von Dischler schablonenhaft gemalten Tannen. Das Weiß des Schnees hat er mit freien, groben Pinselstrichen auf die Leinwand gesetzt. Diese Malweise hängt möglicherweise mit seinem Arbeitsstil zusammen: Er fotografierte die Landschaft und projizierte die Abbildungen später im Atelier auf die Leinwand. MIRJA STRAUB

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