Max Diel

Agenda, 2002

Über das Objekt

Max Diel geht in seinen Arbeiten meist von fotografischen Fundstücken - Abbildungen aus Werbeprospekten oder Postkarten - aus. Hier hingegen ist der eigene Taschenkalender Ausgangspunkt der Übersetzung in die Malerei, bei der das Gesehene jedoch nur mehr Auslöser ist und zusammen mit Erfahrungen und Erinnerungen erst das Bild ergibt.
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Für Max Diel ist immer ein Seheindruck der Ausgangspunkt für ein Bild. Häufig verwendet er Fotografien, Postkarten oder Werbeprospekte als Vorlagen, hier hingegen den eigenen Taschenkalender. Bei der Übersetzung in die Malerei ist das Gesehene nur noch auslösendes Moment, wichtiger werden bildnerische Überlegungen. Seine Bilder sollen überraschen und irritieren, Fragen und Vorstellungen hervorrufen. Das schmale Hochformat, die dominierende schwarze Farbe des Buchdeckels, die geschwungenen Umrisslinien des Objektes, die grau-weiße Farbigkeit der Buchseiten, die Flächigkeit der Schnittkanten und der monochrome Hintergrund lassen die Agenda in einem Zustand der Unbestimmtheit erscheinen. Weder liegt noch steht sie. Vielmehr scheint sie vor einem mintgrünen Hintergrund zu schweben. Der Terminkalender bringt das Verrinnen der Zeit durch die abgerissenen Ecken zum Ausdruck: Die gemalte Agenda wird so zur Metapher für Diels eigenes tägliches künstlerisches Tun.

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