Oberrheinisch

Hl. Katharina , um 1480

Über das Objekt

Die Figur stammt aus Altsimonswald bei Waldkirch. Dort stand sie im Schrein eines Flügelaltars. Er war vermutlich bei einer Straßburger Werkstatt in Auftrag gegeben worden. Bei dessen barocker Neugestaltung im späten 17. Jahrhundert wurde wohl auch die jetzt sichtbare Farbfassung aufgetragen.
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Der Legende nach widerlegte die hochgebildete Prinzessin Katharina aus Alexandria zu Beginn des 4. Jahrhunderts fünfzig heidnische Philosophen, die Kaiser Maxentius gegen sie aufgeboten hatte, und bekehrte sie ihrerseits zum christlichen Glauben, wofür sie sogar den Märtyrertod auf sich nahmen. Katharina selbst überstand zwar zunächst ihr eigenes Martyrium, das ihr von einem messerbewehrten Rad zugefügt werden sollte, starb aber schließlich durch das Schwert. Rad und Schwert als ihre Marterwerkzeuge wurden daher zu ihren bevorzugten Attributen in der bildlichen Darstellung. Beide Werkzeuge sind auch unserer Figur beigegeben, dazu ein Buch als Sinnbild christlicher Weisheit. Einst stand die Skulptur im Schrein eines spätgotischen Schnitzaltars, der offenbar in Straßburg, dem führenden Kunstzentrum am Oberrhein, für die Kirche von Altsimonswald bei Waldkirch geschaffen wurde. Als er im Barock durch einen damals modernen Altaraufbau nach italienischer Art ersetzt wurde, fanden nur noch die drei Schreinfiguren eine Verwendung: außer Katharina die Muttergottes im Zentrum sowie Genoveva. Aus der Zeit der barocken Neuinszenierung stammt wohl die jetzt sichtbare Fassung der Katharinenfigur. Krone und linke Hand mit dem Schwertgriff sind ergänzt. Die plastische Konzeption und die schnitzerische Feinheit der Skulptur entfalten dessen ungeachtet noch immer ihre Wirkung. (Detlef Zinke)

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