Puppe

um 1970

Über das Objekt

Die aus Ton geformte, pyramidal nach oben zulaufende Puppe weist sehr große Standfüße auf. In dunkler Farbe sind die bis zur Taille fallenden Haare sowie geometrische Muster aufgemalt. Diese Muster entsprechen der Körperbemalung der Karajá, die im Amazonastiefland Zentralbrasiliens längs des Rio Araguaia sowie auf der Insel Bananal beheimatet sind. Die Frauen der Karajá sind die Künstlerinnen dieser Tonpuppen Iitjoko. Während solche Puppen ursprünglich als Spielzeug dienten und erzieherische Funktionen innehielten, ist dieses Objekt in den 1980er Jahren explizit für den Verkauf produziert worden.
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Typisch für die figürlichen Darstellungen sind die aus Wachs aufgesetzten Haare, sowie eingeritzte Muster, entsprechend der Körperbemalung der Karajá. Die Mehrzahl der Darstellungen ist weiblich. Die Iitjoko-Tonpuppen dienten bei den Karajá ursprünglich nur als Spielzeug. Die Puppen haben erzieherische Funktionen und sind bei der Integrierung des Kindes in die Welt der Erwachsenen von Bedeutung. Mädchen wie Jungen spielen mit ihnen und ahmen dabei Szenen des täglichen Lebens nach. Im Laufe der Zeit wurden die Iitjoko zu wichtigen Tauschobjekten der Karajá und gewannen u.a. anlässlich der Biennale in Sao Paulo 1954 weltweite Anerkennung als Werke indigener Kunst. Während die älteren, vor 1940 angefertigten Tonpuppen nicht gebrannt, sondern in der Sonne getrocknet worden sind, entwickelten sich aufgrund der steigenden Nachfrage schnellere Produktionstechniken. Diese Puppe etwa stammt aus den 1980er Jahren und wurde explizit für den Verkauf produziert. Zudem wurden die Puppen zu einer bedeutenden Einnahmequelle, während sie den Karajá zugleich als ein „pädagogisches Spielzeug“ dienen. Autorin: Heike Gerlach

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