Stab

vor 1900

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Die Kunst des Tatauierens ist wie kaum ein anderes Handwerk mit der Kulturgeschichte der Marshallinseln und ihrer Bewohner_innen verbunden. Bereits in den frühesten Zeugnissen spanischer Besucher wurde die Praktik erwähnt und sogar zur Bezeichnung der Marshallesen verwendet („Los Pintados“ - die Bemalten). Adelbert von Chamisso beschrieb in seinem Reisebericht von 1817 die Muster des Körperschmucks und insbesondere ihre Unterschiede nach Alter und Geschlecht. In einem ihrer Texte von 1902 hat auch Antonie Brandeis das Tatauieren beschrieben und auf den Wandel der Praxis unter dem europäischen Einfluss hingewiesen: „Den Körper bedeckte bei den Männern sorgfältige Tätowierung, bei den Frauen wurden nur Hals und Arme tätowiert. Diese Sitte […] kommt mehr und mehr ab, seitdem der Körper ganz mit Kleidung bedeckt wird und der Zweck der Tätowierung, als Schmuck zu dienen, hinfällig wurde.“ Für das Verfahren, dass sie als sehr schmerzhaft beschreibt, wurden mit Holzstäbchen wie diesem Muster in die Haut geklopft. Diese wurden anschließend mit Farbe bestrichen. Antonie Brandeis hat zahlreiche dieser Muster auch fotografisch dokumentiert. Autor: Godwin Kornes

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