Uschepti

um 1000 v. Chr.

Über das Objekt

Die kleine Figur wurde der wohlhabenden Ägypterin Amunmerit als uschebti, eine Dienerfigur, mit ins Grab in Theben-West gelegt. Formal der Form einer Mumie gleichend ist diese Figur aus blauer Fayence gefertigt. Uschebtis lagen den Toten bei, um an deren Stelle die mühsamen Arbeiten im Leben nach dem Tod zu verrichten.
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Die Grabstätten der Wohlhabenden waren reich mit Dingen des Alltags und der religiösen Verehrung ausgestattet. Denn in der Vorstellung der Altägypter bedeutete das Leben nach dem Tod eine Fortsetzung des irdischen Daseins. Man musste auch dort für seinen Lebensunterhalt sorgen und konnte zu Fronarbeiten herangezogen werden. Die Reichen wussten sich dieser Pflicht zu entziehen: Ihnen wurden Modelle, die alltägliche Arbeiten wie Mehlmahlen, Bierbrauen oder Brotbacken zeigen, und "Dienerfigürchen" mit ins Grab gegeben. Diese uschebti genannten Figürchen waren eine Art Stellvertreter, die die schweren oder lästigen Arbeiten zu erledigen hatten. Uschebti bedeutet Antworter, denn diese Figürchen sollten an Stelle des Toten antworten und ihm die mühsamen öffentlichen Arbeiten abnehmen, zu denen er aufgerufen wurde. Uschebtis sind aus verschiedenen Materialien gefertigt, überwiegend jedoch aus blauer bis grünblauer Fayence. Die Figürchen gleichen formal einer Mumie. Häufig tragen sie Geräte zur Feldarbeit wie Handpflug und Hacke sowie ein Säckchen mit dem Saatgut. Ihre Anzahl pro Grab ist variabel. Im Idealfall verfügt ein Verstorbener über eine Figur für jeden Tag des Jahres dazu über 36 „Aufseher“ und einen „Oberaufseher“. Das ausgestellte Figürchen ist ein uschebti der Dame Amunmerit, die in Theben-West begraben war. Ihr Sarkophag befindet sich heute in Kairo, ihre uschebtis sind über die Museen der Welt verstreut. Autorin: Eva Gerhards

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