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Sohlenförmiges Gerät aus Perlmutt, mit unterem gezacktem Rand.
Foto: Axel Killian
Schaber
Objektdaten
Die Provenienz dieses Objekts weist Unklarheiten auf. Eine alte Inventarnummer fehlt. Im Neuen Inventarbuch von 1924 ist das Objekt mit dem Eintrag „Schaber. aus Perlmutmuschel. zu einem von Schabapperat (wie N. 1398) gehörend“ erfasst und der Schenkung von Brandeis aus den Marshallinseln von November 1901 zugeordnet worden. Das erwähnte Objekt II/1398 ist ein Kokosnußschaber, der Teil der ersten Brandeis-Sendung im April 1900 war (siehe Objektliste, Nr. 30, SAF D.Sm 35/1) und bei dem die Muschelschale fehlt. Es besteht also die Möglichkeit, dass es sich bei II/1356 um die fehlende Muschel von II/1398 handelt. Allerdings sind die in Schabern verwendeten Muscheln oft gröber als diese. Laut Karteikarte von 1970 wurde das Objekt von Dr. Kußmaul jedoch als Tatauierwerkzeug bestimmt. Dies wurde im Neuen Inventarbuch auch nachträglich vermerkt. An dieser Funktionsbeschreibung lassen sich jedoch Zweifel anbringen, da die von den Marshallinseln bekannten Tatauierwerkzeuge anders aussehen. Das Objekt hat ein Bohrloch, durch das eine Kokosfaserschnur gezogen ist, so dass es als Anhänger getragen oder aufgehängt werden kann. Ob es sich also um Teil eines Schabers, ein Tatauierwerkzeug oder ein Schmuckstück handelt, lässt sich nicht mehr feststellen. Dass es von den Marshallinseln stammt und der Brandeis-Sammlung zugehörig ist, kann daher nur vermutet werden. Außer als fehlende Muschel für den Schaber II/1398 trifft kein Eintrag in den beiden Objektlisten zur Sammlung auf dieses Objekt zu.