Maria Lassnig (1919 - 2014)

Künstler*in, Dargestellte Person

Biografie

„Ein Körpergefühl ist optisch schwer zu definieren: Wo fängt es an, wo hört es auf, welche Form hat es, rund, eckig, spitzig, gezackt?“ So fragt die österreichische Künstlerin Maria Lassnig und bannte doch genau dies über Jahrzehnte in unzähligen Werken auf den Malgrund: das Wahrnehmen des Körpers, dessen kleine, unscheinbare Empfindungen. Die Befragung des eigenen Körpers, dem sie in ihrer „Körperbewusstseinsmalerei“ nachging, wurde schon früh zum Mittelpunkt ihrer Kunst und als sie ab Ende der 1960er Jahre in New York lebte, traf sie dort auf eine Kunstszene, in der mit Performance- und Body-Art die – vor allem auch feministische – Auseinandersetzung mit dem Körper vehement erprobt wurde.

Dass sie in ihren häufig als Selbstporträts betitelten Werken das äußerlich Sichtbare nicht als Ausgangspunkt des Schaffens nahm, statt eines Blicks in den Spiegel ein Gefühl zeigt, wird insbesondere in ihren in den 1950er Jahren entstandenen Selbstporträts als u.a. Knödel, Briefkasten oder Marmeladenglas deutlich. So forschend ernsthaft zeitlebens ihre künstlerische Auseinandersetzung war, so voller Humor sind ihre Werke gleichermaßen.

Lassnig, widmete ihr Leben vollkommen der Kunst. Familie und Malerei – das sah sie als gänzlich unvereinbar in einer Zeit, die für Frauen gesellschaftlich nur die Rolle der Ehefrau und Mutter vorsah. 1980 wurde sie als Professorin an die Akademie in Wien berufen und hatte damit als erste Frau im deutschsprachigen Raum eine solche Position inne.

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