Wilhelm Hasemann

Fille de Gutach cousant dans la pièce, 1885

A propos de l'objet

Hasemann observait la vie quotidienne des habitants de la Forêt-Noire et la reproduisait dans son atelier, souvent dans des scènes composées comme ici : plongée dans son travail de couture, la jeune fille en costume traditionnel est assise à la table du séjour caractéristique de la Forêt-Noire que Hasemann a reconstruit et qui apparaît à plusieurs reprises en arrière-plan de ses tableaux.
Immer wieder hat Wilhelm Hasemann die Menschen aus Gutach bei ihren alltäglichen Arbeiten beobachtet und diese in seinen Gemälden festgehalten. Allerdings handelte es sich meist nicht um spontane Beobachtungen, sondern oftmals arrangierte ›Hasemann-Szenen‹, die er manchmal auch fotografisch festhielt, um sie dann später in einem Gemälde zu verarbeiten. Hierfür baute der Maler an seinem Wohnhaus in Gutach ein Atelier aus Holz, in dem er auch eine Schwarzwaldstube arrangierte. Dieses Atelier mit der eingerichteten Stube hat sich bis heute erhalten, ist jedoch derzeit dem Verfall preisgegeben. In einem Schwarzwaldhaus war die Stube traditionell der Mittelpunkt des Hauses, hier traf sich die Familie zu den Mahlzeiten, hier wurde aber vor allem an den langen Wintertagen gearbeitet. Die Stube aus Hasemanns Atelier diente in zahlreichen Gemälden als Kulisse und Hintergrund für seine Modelle, so auch für dieses junge Mädchen. Hasemanns Inszenierung entspricht durchaus dem Charakter einer typischen Schwarzwaldstube. Hier war meist der wärmste Ort des Hauses, ein Kachelofen - oft verbunden mit dem Ofen in der nebenan gelegenen Küche. Die einfachen Holzfenster mit Schiebeluken ließ Hasemann in der Tradition eines Schwarzwaldhauses nachbauen, um dem Ort eine authentische Wirkung zu geben. Die Bank lehnt sich an die Holzvertäfelung der Wand an, am Tisch steht noch ein typischer Brettstuhl. Das junge Mädchen sitzt in Tracht am Stubentisch und konzentriert sich auf ihre Näharbeit. Diese Tätigkeit fiel im Alltag aller Familien an, vielleicht sollte dieses Bild aber auch eine Näherin zeigen, die in Heim arbeit Auftragsarbeiten erledigte. Interessant ist der Vergleich mit dem Gemälde Im Herrgottswinkel, das ebenfalls in Hasemanns Maleratelier entstanden ist. In beiden Bildern spielt der Künstler mit dem einfallenden Licht, in diesem Bild bringt das Seitenlicht den Blumenstrauß und die Früchte auf dem Tisch zum Leuchten. TILMANN VON STOCKHAUSEN

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