Christian Wentzinger

Predigt des heiligen Gallus, 1760

Über das Objekt

Wentzinger wurde 1757 wurde mit der künstlerischen Ausstattung der Stiftskirche St. Gallen beauftragt. In kleinen Terrakotta-Entwürfen, sogenannten bozzetti, hatte der Freiburger Künstler die großformatigen Stuckreliefs vorbereitet, die den Umgang dort säumen. Von den Entwürfen, die Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons Gallus zeigen, ist nur dieser erhalten.
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Als Generalunternehmer für die künstlerische Ausstattung der Klosterkirche von St. Gallen in der Nordschweiz hatte der Freiburger Wentzinger 1757 den größten und höchstdotierten Auftrag seines Lebens übernommen, der ihn fortan aller materiellen Sorgen enthob. Die Deckengemälde, die dekorativen und figürlichen Stuckarbeiten sowie steinerne Statuen am Außenbau waren ihm und seinen Helfern anvertraut. Acht große, untersichtige Stuckreliefs im Umgang der Rotunde sind dem Leben des Kirchenpatrons, des irischen Missionars Gallus, gewidmet. Wentzinger hat sie in kleinen Terrakotta-Entwürfen, sogenannten bozzetti, vorbereitet. Von ihnen ist dieser mit der Predigt-Szene der einzig erhaltene. Er kommt der schließlich ausgeführten Fassung schon recht nahe, beschränkt sich aber auf die Komposition der Figuren. Auf den Rocaille-Rahmen und den sich nach oben fortsetzenden Reliefgrund, dessen ungegliederte, vollkommen glatte Fläche einen Großteil des Bildfeldes einnimmt, hat der Künstler der Ökonomie halber verzichtet. Wentzinger ist an räumlicher Tiefenstaffelung und einem vollplastischen Eindruck seiner im Vordergrund agierenden Hauptfiguren gelegen. Dazu ist eine breite, herauskragende Standfläche gleichsam als Bühne vonnöten, über die dann Gliedmaßen und Gewandteile auf theaterhaft illusionistische Weise hervortreten oder herabhängen können. Während seiner akademischen Lehrjahre in Rom, um 1731, hatten den jungen Mann die Werke der dortigen Barockmeister nachhaltig beeindruckt. (Detlef Zinke)

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