Fenster

Maria als Schmerzensmutter, 1512

Über das Objekt

Sieben Schwerter zielen auf das Herz der Gottesmutter und versinnbildlichen die ihr zugefügten “Sieben Schmerzen”: Darbringung im Tempel, Flucht nach Ägypten, Verlust Jesu im Tempel, Begegnung auf Kreuzweg, Kreuzigung, Kreuzabnahme, Grablegung. Für das Motiv lieferte Hans Baldung Grien (1512-1517 in Freiburg tätig) eine Reihe von zeichnerischen Vorlagen. Das Galsgemälde war Bestandteil der ehemaligen Farbverglasung der Freiburger Kartause.
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Das Motiv der Schmerzensmutter, Mater dolorosa, mit den sieben auf ihr Herz gerichteten Schwertern geht auf die Weissagung Simeons im Evangelium nach Lukas zurück. „Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen“, heißt es dort in der Schilderung der Darbringung Jesu im Tempel am 40. Tage nach der Geburt. Die durch die Schwerter repräsentierten Schmerzen sind: die genannte Darbringung selbst, die Flucht nach Ägypten, der Verlust des 12-jährigen Jesus im Tempel, die Begegnung am Kreuzweg, die Kreuzigung und Kreuzabnahme und schließlich die Grablegung Christi. Einst war das Glasgemälde Bestandteil eines Fensterzyklus in der Freiburger Kartause, der, nach der Säkularisation 1782 zunächst in der Klosterkirche St. Blasien wiederverwendet, Ende des 19. Jahrhunderts in alle Winde zerstreut wurde. Von den Kartaus-Scheiben, die zu den großartigsten Denkmälern deutscher Glasmalerei der Renaissance zählen, konnten damals die Städtischen Sammlungen ein Fenster mit dem heiligen Hieronymus erwerben, gleichfalls nach einem Entwurf Hans Baldung Griens. (Detlef Zinke)

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