Bernard Picart

Ein liegender Löwe, 1729

Über das Objekt

Der „Recueïl de Lions“ (Sammelband mit 42 Löwenmotiven) von Picart umfasst sowohl Radierungen nach eigenen Entwürfen als auch nach Zeichnungen von Charles Le Brun, Albrecht Dürer oder Rembrandt - wie diesen liegenden Löwen. So entsteht ein umfassendes, beinahe wissenschaftliches Bilderwerk dieser Tiere.
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Die Radierung, die einen liegenden Löwen zeigt, gehört zu einer aus insgesamt 42 Drucken bestehenden Serie, die Bernard Picart 1729 unter dem Titel „Recueïl de Lions“ in Amsterdam herausbrachte. Das Mappenwerk erschien in sechs Lieferungen zu jeweils sechs Blättern, wobei bei der Letzten jeweils zwei Radierungen auf ein Blatt gedruckt wurden. Bereits im Vorjahr, 1728, hatte Picart eine erste, weniger umfangreiche Ausgabe des Werkes unter dem Titel „Recueïl de Lions“, Dessinées d’après nature par Rembrandt et B. Picart qui les a gravés en 1728 publiziert. Die Serie vermittelt ein umfassendes Bild der Tiere, die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Europa nur in Menagerien anzutreffen waren. Sie stellt junge und alte, männliche und weibliche Löwen vor Augen sowie Detailstudien ihrer Physiognomie und der Anatomie ihrer Pranken. Picart vereinigte in seiner Publikation sowohl Radierungen nach eigenen Zeichnungen als auch solche nach Zeichnungen von Rembrandt (1606-1669), Charles Le Brun (1619-1690) und Albrecht Dürer (1471-1528). Die Vorlage für den auf der Seite liegenden Löwen war, wie unter dem Druck vermerkt, eine Zeichnung Rembrandts, die sich heute in Rotterdam befindet (Museum Boijmans van Beuningen, Rotterdam, Inv. R 12 (PK)). Alle Motive der Serie sind nach Aussage des Titelblattes „nach der Natur“ gezeichnet. Wie Picart im Vorwort zu seinem Mappenwerk schrieb, beabsichtigte er, anderen Künstlern, die keine Gelegenheit hätten, lebende Löwen zu studieren, entsprechende Vorlagen zur Verfügung zu stellen. Indem er in seine Serie ältere Vorlagen aufnahm, lud er zum Vergleich zwischen den eigenen Werken und denen der bedeutendsten Künstler ein. Text: Dr. Stefan Morét

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