Maske

900 – 1100 n. Chr. Mittleres Sicán

Über das Objekt

Die Maske aus getriebenem Goldblech war ursprünglich mit Zinnober rot bemalt und mit (nur noch teilweise vorhandenen) Anhängern aus Goldplättchen und Edelsteinen geschmückt, möglicherweise auch mit Federn. Typisch für die Sicán-Kultur an der Nordküste des heutigen Peru sind Darstellungen des sog. „Herrn von Sicán“ mit hervorstehender Nase, großem Ohrschmuck sowie „Flügelaugen“. Diese an Vogelschwingen erinnernden Augen werden verschiedentlich als Zeichen des mythischen Gründers der Kultur Ñaymlap interpretiert. Die flache Maske war am Mumienbündel eines Angehörigen der Elite befestigt oder neben ihm im Grab platziert. Möglicherweise wurde sie von ihrem Besitzer auch schon zu Lebzeiten bei religiösen Ritualen benutzt. Die Maske wurde auf Anfrage des Museums durch das Land Baden-Württemberg angekauft und als Dauerleihgabe überlassen.
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In den fruchtbaren Tälern an der Nordküste Perus, umgeben von Wüsten, hatten sich reiche Kulturen mit einer geschichteten Gesellschaft und einem hochentwickelten Kunsthandwerk herausgebildet. Berühmt für seine Goldbearbeitung ist die Region des Rio Lambayeque mit der sog. Sicán-Kultur (700-1375), deren Blütezeit zwischen 900 und 1100 lag. Gold war das Symbol der Sonne. Nur hochrangige Personen durften Goldschmuck, der auch als Amulett galt, tragen. Die peruanischen Kunsthandwerker entwickelten Legierungen aus Gold und Kupfer (Tumbaga) oder Gold, Silber und Kupfer. Sie gossen das Metall in offenen oder zweischaligen Formen und kannten auch das Wachsausschmelzverfahren. Sie verstanden, sehr feine Goldbleche und -folien zu hämmern, die sie mit Werkzeugen aus Stein, Holz, Horn oder Knochen schnitten, punzierten, ziselierten oder über einem Model aus Holz oder Stein trieben. Die spanischen Konquistadoren schmolzen unzählige Werke ein. Sie erkannten nicht den Kunstwert, gierten nur nach dem Material. Die Maske aus getriebenem Goldblech war ursprünglich bemalt, mit Anhängern aus Goldplättchen und Edelsteinen geschmückt und am Mumienbündel eines Angehörigen der Oberschicht befestigt. Möglicherweise war sie von ihrem Besitzer auch schon zu Lebzeiten bei religiösen Ritualen verwendet worden. Typisch für die Gesichterdarstellungen der Sicán- Kultur sind die hervorspringende Nase, der große Ohrschmuck und die mandelförmigen Augen, die an Vogelschwinge erinnern. Sie gelten als Zeichen des mythischen Gründers der Kultur, Ñaymlap, was Wasservogel bedeutet. Der Überlieferung nach war er auf einem Balsafloß über den Pazifik gekommen - was Thor Heyerdahl zu seiner Fahrt mit der Kon-Tiki angeregt hatte. Autorin: Eva Gerhards

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