Nandu

Rhea sp.

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Die grau gefiederten Nandus sind in den Grasländern Südamerikas beheimatete Laufvögel. Sie ähneln den australischen Emus, sind jedoch näher mit den Steißhühnern (neben den Laufvögeln die zweite systematische Ordnung der Urkiefervögel) verwandt. Sie erreichen eine Körperhöhe von ca. 1,40 Metern und können kurzzeitig bis zu 60 km/h schnell laufen. Sie sind gute Schwimmer. Im natürlichen Habitat bilden sie oft gemischte Herden mit Pampashirschen, Vikunjas und Guanakos, manchmal sogar mit Nutztieren wie Schafen und Rindern. Der dumpfe Balzruf des Männchens (Hahn) ähnelt dem einer Rohrdommel. Der Hahn besetzt und sichert ein Revier und scharrt einen Harem von 2 bis 12 Hennen um sich. Diese legen in ein Gemeinschaftsnest, eine Nestgrube, 13 bis 30 (maximal 80) Eier und wandern danach ab. Das Männchen brütet und führt die Küken allein, manchmal unterstützt von subadulten Hähnen. Es ist während dieser Zeit äußerst aggressiv gegenüber Eindringlingen. Die Brutzeit dauert 35 bis 40 Tage, die Küken bleiben ca. 6 Monate beim Vater. Nandus sind Allesfresser, bevorzugen jedoch pflanzliche Nahrung wie Sämereien, Wurzeln und Früchte, neben Insekten und kleinen Wirbeltieren. Seit Jahren gibt es eine freilebende Nandu-Population in Deutschland. Diese zählen zu den sogenannten Neozoen. Das sind Tiere, die sich durch menschliche Einflussnahme in einem neuen Gebiet etabliert haben. Im Jahr 2000 entkam eine Gruppe Nandus aus einer Freilandhaltung in Schleswig-Holstein. Bereits seit 2001 brüten sie nun regelmäßig in Mecklenburg-Vorpommern, in der naturbelassenen Niederung der Wakenitz. Die Population hat sich etabliert, wird jedoch als potentiell invasiv eingeschätzt und unterliegt einem strengen Monitoring. Da sich die Art seit mehreren Generationen ohne anthropogene Unterstützung vermehrt, gilt sie als heimische Art i. S. d. § 7 Abs. 2 Nr. 7 BNatSchG. Daneben handelt es sich um eine besonders geschützte Art i. S. d. § 7 Abs. 2 Nr. 13 BNatSchG, die zwar dem § 44 BNatSchG unterliegt, dennoch inzwischen genehmigungspflichtig (jagdlich) reguliert werden darf.

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