Süddeutsch

Abschied der Apostel, 1440/50

Über das Objekt

Das Relief stammt von einem Altar, der wahrscheinlich den Abschied aller zwölf Apostel zum Thema hatte. Die vormaligen Gefährten Jesu brechen zu ihren gefahrvollen Missionsreisen auf, um das Christentum zu verbreiten. Ihr Trennungsschmerz ist ihren Gesichtern und Haltungen abzulesen.
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Den Heidenvölkern das Evangelium, die Frohe Botschaft, zu überbringen, war der Auftrag Jesu an seine Jünger. Daraus hat spätmittelalterliche Frömmigkeit bevorzugt jenen Moment herausgelöst, welcher der Alltagserfahrung der Gläubigen am leichtesten zugänglich war. Abschiednahme und der Aufbruch in eine gefahrvolle Welt, in der die Männer fast ausnahmslos den Märtyrertod fanden, boten Gelegenheit zu sentimentaler Inszenierung des Trennungsschmerzes - und häufig auch, anders als hier, zur sachgetreuen Wiedergabe der Reisevorbereitungen und der dazu benötigten Utensilien. Von den insgesamt zwölf Personen des Apostelabschieds sind, zu einer Gruppe zusammengefasst, drei der Jünger erhalten. Da sie keine Attribute mit sich führen und keine typischen Merkmale haben, lassen sie sich namentlich nicht bestimmen, vielleicht mit Ausnahme des schluchzenden, noch jugendlichen Mannes zur Rechten, der Johannes darstellen könnte. Sicherlich haben sie sich einst in einem Flügelaltar befunden, der in ganzer Breite dem Missionsthema gewidmet gewesen sein dürfte. Die ehemalige Farbfassung ist verloren. (Detlef Zinke)

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